Vorsicht beim Grillen

"Kind beim Grillen schwer verletzt
Ein 11-jähriger Junge wurde am Samstagabend durch eine Stichflamme beim Grillen verletzt. Das Kind erlitt Verbrennungen zweiten Grades im Bauchbereich. Nach ersten Ermittlungen der Polizei hatte ein 30 Jahre alter Mann hinter dem Haus den Grill mit Spiritus angezündet. Da die Holzkohle offensichtlich nicht ausreichend glühte, goss er noch mehrfach Spiritus auf die heißen Kohlen. Dadurch entzündete sich der Spiritus und es kam zu einer größeren Stichflamme. Die Kleidung des in der Nähe stehenden Kindes geriet sofort in Brand."

Aus dem Pressebericht der Polizei

 

Wenn Sie diese Tipps beachten, steht einem sommerlichen Grillvergnügen nichts im Wege.

    • Wenn man bedenkt, dass Flammen ungefähr 800 °C, die Grillkohlenglut etwa 500 °C, ein Grillgehäuse rund 400 °C und der Grillrost ca. 500 °C Hitze aufweisen, werden die Gefahren deutlich.
    • Wählen Sie einen richtigen Ort im Freien, sodass die Wärmestrahlung ungehindert abziehen kann. Ungeeignet sind Balkone oder Plätze unter Holzdecken, vor Fenstern, in Carports und Schuppen.
    • Achten Sie auf einen sicheren Stand, stellen sie den Grill nicht auf eine schiefe Ebene. Das Unterlegmaterial muß so groß sein, daß die Beine des Grills nicht abrutschen können.
    • Die Grillbediener sollten darauf achten, daß ihre Kleidungsstücke keine Kunststofffasern beinhalten. Sie schmelzen bei Annäherung einer Wärmequelle und verursachen schlecht heilende Verletzungen.
    • Das Gerät darf nicht zweckentfremdet werden. Die Konstruktion ist nicht immer für große Fleischstücke oder Kochtöpfe geeignet.
    • Kleinkinder gehören nicht an das Gerät. Ein Sicherheitsabstand muß unbedingt eingehalten werden. Auch Erwachsene rutschen aus oder werden angeschubst. Markieren Sie einfach den Abstand mit Stühlen oder einer gespannten Leine.
    • Die Menge der Grillkohle muß der Größe des Gerätes entsprechen. Auch achten Sie darauf, daß keine Kohlestücke herausfallen können.
    • Benutzen Sie zum Wenden der Grillstücke geeignete Gabeln oder Zangen. Denken sie auch an eine Ablage für ihr Grillbesteck.
    • Vergewissern Sie sich, dass die Glut nicht vom Winde verweht werden kann. Im Sommer besteht dabei die höchste Brandgefahr.
    • Grillen Sie nie in einem Raum ohne Zu- und Abluftmöglichkeiten. Sauerstoffentzug und Kohlenmonoxidbildung bedeuten Erstickungs- und Vergiftungsgefahr.
    • Das Anzünden von Holzkohle erfordert etwas Geduld. Verwenden Sie nur handelsübliche Grill-Anzünder - nie Benzin oder Spiritus als "Brandbeschleuniger" benutzen! Beide beginnen schon bei 20 °C zu verdampfen. Beim Anzünden kann sich die Dampfwolke explosionsartig entzünden und schwere Verbrennungen verursachen.
    • Spritzen Sie niemals brennbare Flüssigkeiten aus einer Flasche in den Grill - das gilt auch für "Hochprozentiges"! Durch Rückzündung kann der Inhalt entflammen und Sie halten einen "Molotowcocktail" in der Hand.
    • In die Grillkohle tropfendes Fett kann Feuer fangen und das Grillgut entzünden. Halten Sie immer Wasser zum Löschen bereit und Vorsicht vor allem beim Holzkohlegrill, da dort die größte Gefahr vor Verbrühungen besteht, da das Löschwasser schlagartig verdampft.
    • Achten Sie bei einem Gasgrill darauf, dass die Anschlüsse dicht sind. Der Verbindungs-schlauch darf nicht der Hitze ausgesetzt werden. Austretendes Gas entzündet sich leicht.
    • Entsorgen Sie die Grillkohle erst, wenn sie völlig erkaltet ist. Füllen Sie sie zur Sicherheit nie in Kartons oder Kunststoffbehälter.

    Wenn doch etwas schiefgehen sollte, rufen Sie sofort den Notarzt/ Feuerwehr über den Notruf 112 und leiten Sie Erste-Hilfe- Massnahmen ein.

    • Keine Hausmittel wie das Auftragen von Mehl oder Zahnpasta anwenden. Sie schaden den Brandopfern. Bekleidung von der Wunde entfernen, mit Wasser lange kühlen, anschließend mit einem Brandwundenverbandtuch abdecken, Schockgefahr ist zu beachten, auf den Notartz warten.

    Ihre Feuerwehr Neudietendorf